Transsexualität und Angehörige

Das Thema Trans* ist aktuell in sehr vielen Medien vertreten und wird auch kontrovers diskutiert. Dadurch wird Transsexualität sichtbarer gemacht. Hauptsächlich wird über die Betroffenen selbst berichtet.

 

Die Angehörigen, in erster Linie die PartnerInnen, werden auch gehört, doch ihre eigenen Belange und die Möglichkeiten wie sie auf diesem Weg begleitet werden und Hilfe bekommen bleiben weitgehend unberührt.

 

Transsexualität Mann Frau Partnerschaft Ehefrau Paarbeziehung Halb Mann Halb Frau

 

Das, was in Foren, den Medien u. a. am meisten präsent ist, dass viele erst sich in der Lage sehen, sich zur Transsexualität zu bekennen, wenn die psychosomatischen Symptome und/oder der zu starke Leidensdruck, sie dazu zwingen. Sie keine andere Wahl mehr sehen, um weiter leben zu können als sich nun doch schließlich dazu zu bekennen. Den Text schreibe ich mit Bezug auf die Angleichung vom Mann zur Frau. Fast Gleiches gilt auch für die Angleichung von Frau zu Mann.
 
Die Zahl jener, die in festen und langjährigen Partnerschaften, Beziehungen und Ehen leben, ist groß. In all den Jahren 5, 10, 15, 20 bis 30 Jahren (oder sogar noch mehr) haben sie eine Rolle aufrecht erhalten. Die des starken Mannes oder die der femininen Frau, doch innerlich sah es in ihnen ganz anders aus. Manche Partner haben vielleicht gespürt oder mitbekommen, dass „etwas nicht stimmt“, doch Ängste haben die Aussprache dazu blockiert.
 
Doch wie ist das nun, wenn man als PartnerIn und/oder als Angehöriger eine solche Offenbarung erfährt: „Ich bin transsexuell“?
Ohnmacht, Hilflosigkeit, Wut, das Gefühl betrogen worden zu sein, Enttäuschung und alle Ängste bahnen sich ihren Weg an die Oberfläche. Es gibt auch Reaktionen mit Verständnis und Mitgefühl sowie einer individuellen Offenheit. Der die/der transsexuelle PartnerIn bzw. Angehörige(r) hat im selben Moment ähnliche Gefühle und Ängste.


Nicht immer muss ein erstes Gespräch, das Offenbaren der Transsexualität, in einer Katastrophe enden und nicht immer muss ein solches Gespräch gut gehen. Manchmal braucht es auch ein wenig Zeit bis man das, was der geliebte Mensch soeben offenbarte, sich „gesetzt“ hat, wirklich verinnerlicht wurde.

  • Vor allem, was bedeutet das überhaupt?
  • Wer weiß dies von vornherein?
  • Wie werden die Konsequenzen aussehen?
  • Vielleicht kommt auch direkt hoch: ich bin doch nicht lesbisch.

Es ist in diesem Moment die Box der Pandora geöffnet und alles ist plötzlich sehr ungewiss. Was man vielleicht bedenken sollte und was ich bei vielen mitbekommen habe, ist, dass das, was sich jahrelang an eigenen sowie Beziehungsproblemen unter den Teppich kehren oder verdrängen ließ, sich nun auch Gehör verschaffen möchte.


Neben all dem, dass man vielleicht pubertierende Kinder oder Kleinkinder hat, vielleicht Eltern pflegen muss, arbeitet und einiges mehr, kommt dann zu all dem obendrauf, dass man sich mehr mit sich selbst auseinander setzen muss und als wäre das nicht genug auch noch das Thema Transsexualität.


Durch die Medien sind inzwischen mehr Menschen aufgeklärter in Bezug auf das Thema Transsexualität, doch wer denkt, dass er/sie auch sekundär betroffen sein könnte?

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