Familienstellen, weitere Informationen

Kurzbiografie Bert Hellinger

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Familienstellen

Die Methode Familienaufstellung als Lebenshilfe wurde von Bert Hellinger weiter entwickelt. Dabei verknüpfte er seine früheren Arbeiten in verwandten Therapien mit seinen eigenen Lebenserfahrungen.

 

Bert Hellinger wurde 1925 in Leimen geboren, lebte die ersten Jahre in Köln und verbrachte seine Gymnasialzeit in einem katholischen Internat der Mariannhiller Missionaren – der Orden, dem er später auch beitrat. 

 

Mit 17 wurde er zur Wehrmacht eingezogen, arbeitete als Funker bei der Infanterie an der französischen Westfront, wo er nach dem Rückzug bei Aachen in amerikanische Gefangenschaft geriet. 

 

Nach dem Krieg studierte Bert Hellinger Philosophie, Katholische Theologie und Pädagogik. 1952 erhielt er die Priesterweihe, anschließend arbeitete er bis 1968 als Leiter einer katholischen Missionsschule bei der afrikanischen Volksgruppe der Zulus in Südafrika. 

 

Bei seiner Arbeit als Missionar beobachtete er, wie diese andere Kultur Probleme löste, die ihren Ursprung in der Familie hatten. Auch kam er in dieser Zeit über den Kontakt zu anglikanischen Priestern erstmals mit der Theorie der Gruppendynamik in Berührung. Diese Einflüsse flossen in seine spätere Entwicklung der Familienaufstellungstherapie ein.

 

Nach seiner Rückkehr nach Europa verließ Bert Hellinger das Priestertum, um Psychotherapeut zu werden. Er studierte bei namhaften Psychotherapeuten aus verschiedenen Therapieschulen. 

In den 1990er Jahren, nach 50 Jahren der Arbeit mit Familien auf der ganzen Welt, fügte Bert Hellinger all diese verschiedenen Ideen zusammen, um eine neue Art von Therapie und Heilung zu schaffen. Sein Werk umfasst 110 Bücher. Zudem hat er unzählige Seminare geleitet. 

Bert Hellinger starb am 19. September 2019.

 

Mehr Informationen zu Bert Hellinger und seiner Arbeit erhalten Sie unter www.hellinger.com 

Konzepte der systemischen Arbeit nach Bert Hellinger

Die Familienaufstellung nach Bert Hellinger fußt auf einem Zusammenspiel verschiedener Konzepte oder Ordnungsprinzipien, welche bei der Therapie berücksichtigt werden.

Antrieb zur Zugehörigkeit

Die Familienaufstellungstherapie bewertet den Drang zur Zugehörigkeit als den größten Einflußfaktor in der Familie. Wenn ein Familienmitglied das Gefühl hat, nicht dazuzugehören, wird es alles tun, um dieses Gefühl der Zugehörigkeit zu erlangen.

Generationsübergreifende Auswirkung von Traumata

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In der systemischen Arbeit geht man davon aus, daß alles, was sich in unserer Familiengeschichte ereignet hat, unsere jetzige Denkweise sowie unser Gefühl und Verhalten beeinflussen. Trauer, Angst oder Wut einer Person beeinflusst die gesamte Familie, auch die Nachkommen. Dies geschieht, weil alle Familienmitglieder in einem übergeordneten, morphogenetischen oder Quantenfeld ( s. u. ) miteinander verbunden sind. So fühlen alle die Auswirkungen von Ereignissen, die jedem der Familienmitglieder vor ihnen widerfahren sind.

Das morphogenetische Feld

Das morphogenetische Feld ist ein Energiefeld, das die Erinnerungen und spezifischen Energien einer Gruppe enthält. Diese Gruppe kann eine Familie, eine Gemeinschaft, ein Land oder sogar die gesamte Weltbevölkerung sein. Da dieses Energiefeld das gesamte Wissen der Gruppe enthält, kann es uns helfen, die Ursache unserer Probleme zu verstehen, auch wenn uns niemand die Fakten mitgeteilt hat. Es ist quasi die Festplatte aller Erfahrungen, auf welche jeder einzelne zugreifen kann. Das Konzept des morphogenetisches Feldes wurde von dem englischen Biologen Rupert Sheldrake entwickelt. Mehr zu Rupert Sheldrake unter https://www.sheldrake.org/deutsch 

Ordnungen der Liebe

Bert Hellinger identifizierte mehrere Liebesordnungen, aus denen die Liebe und die daraus resultierende glückliche Lebensbalance folgt. Die beiden wichtigsten und grundlegendsten Liebesordnungen sind, daß jeder in der Gruppe das gleiche Recht auf Zugehörigkeit hat und immer dazugehört, und daß jedem, der dazugehört, sein spezieller rechtmäßiger Platz eingeräumt werden muß.

Ausgeschlossene Familienmitglieder

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In Familienkonstellationen geht man davon aus, daß ausgeschlossene Familienmitglieder die gesamte Familie betreffen, auch nachdem die Familie keinen Kontakt mehr zu ihnen hat. Einige Beispiele für ausgeschlossene Familienmitglieder sind:

 

• Kinder aufgrund einer Fehlgeburt oder die abgetrieben wurden

• Kinder, die zur Adoption freigegeben wurden

• Familienmitglieder, die gestorben sind, insbesondere wenn sie jung waren

• Ex-Ehepartner und Partner aus früheren Beziehungen

• Familienmitglieder, die aus verschiedenen Gründen keinen Kontakt mehr zum Rest der Familie haben

 

Diese ausgeschlossenen Familienmitglieder beeinflussen – auch nach ihrem Ausschluß das energetische System der gesamten Familie. Oftmals nimmt ein anderes Familienmitglied unwissentlich deren Platz ein und übernimmt die emotionale Zerrissenheit, Abhängigkeiten oder sogar körperliche Krankheiten der ausgeschlossenen Mitglieder.

Versteckte Loyalitäten

Innerhalb der Familie erfahren wir alle unterschiedliche Loyalitäten. Manchmal, so die Theorie der systemischen Arbeit, haben wir eine innere Verbundenheit zu Familienmitgliedern, die vor uns gestorben sind, oder zu Familienmitgliedern, die wir nie kennen gelernt haben. Diese versteckten Loyalitäten können dazu führen, daß wir unbewusst Mustern folgen, Gewohnheiten entwickeln und ungesunde Entscheidungen treffen, die aus unserer eigenen Erfahrungswelt heraus nicht begründet werden können. Die Familienaufstellungsarbeit kann uns dabei helfen zu erkennen, wie uns diese unbewussten Verpflichtungsverschränkungen steuern, so daß wir dann befreit von deren Einfluß eigene Entscheidungen treffen können. 

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