Dein Mann gehört der Frau in ihr

und du gehörst dir selbst

 

Neben all den neu entstandenen Situationen nach dem "Outing" deines "Mannes", ist wohl eines das Schlimmste: du verlierst deinen Mann. Es kann sehr befremdlich sein, dass "er" nun nur noch Frauenkleider tragen möchte oder gar nicht mehr anders kann.

 

Sehr oft ist dieses "Sich-Outen" so eine große innere Befreiung, dass es sehr schwer fällt, die alte männliche Rolle noch auf irgendeine Weise aufrecht zu erhalten.

 

Im Gegenteil. Endlich ist es offen gelegt und das bewirkt im Inneren einen starken Drang alles als Frau ausleben zu wollen. Ein guter Vergleich ist das Bild eines Vulkanausbruchs.

Es gibt Anzeichen von kleineren bis größeren Erdbeben, Risse in der Erde vielleicht, Rauch steigt immer stärker aus der Krateröffnung und dann passiert es unaufhaltsam.

 

Als Transgender konnte sie sich vielleicht über Jahre hinweg damit auseinandersetzen. Die Erkenntnis konnte wachsen und vielleicht auch reifen bis zur absoluten Gewissheit, was du als Partnerin weder scheibchenweise (Salamitaktik) noch als 9 Gänge Menue verinnerlichen konntest.

 

 

Es gibt auch Transgender, die einen sanften Weg versuchen - aber es klappt nicht immer.  Auch wenn die neue Situation sanft angesprochen wird, kann die Tragweite hieraus sich in einem Bruchteil von Sekunden ausgebreitet haben.

 

Dies bringt einen Schmerz zum Brennen, der direkt jede Zelle erreicht. "Ich verliere meinen Mann"

 

Darunter liegt eine ganz andere Wahrheit. Dieser Mensch war nie ein Mann. Das, was du verlierst, ist die Illusion je einen Mann gehabt zu haben. Man kann auch nicht verlieren, was man noch nie gehabt hat.

 

Das einzige, was du tun kannst: lass diese Wunschvorstellung los, je einen Mann gehabt zu haben.

Das ist für den Verstand eine enorme Aufgabe.

 

Was kann dir also in derselben Situation helfen?

Auf dein Herz zu hören.

 

Beantworte dir diese Fragen:

 

Wer oder was ist für dein Glück verantwortlich?

Wer oder was bestimmt dein Leben?

 

Die Antwort ist: du selbst.

 

Weiter kannst du nun eine Entscheidung treffen - und damit meine ich nicht zwangsläufig eine Trennung.

Sondern, wie du ab jetzt dein Leben bestimmen möchtest.

Der Schmerz war unvermeidbar, dass alles, was war sich nun verändern wird. Doch ob und wie viel du leidest, hängt davon ab, wohin und auf welche Art und Weise du deine Segel neu setzt.

 

Dabei können dir Fragen helfen, wie:

Was habe ich schon immer tun wollen, mich aber nie getraut?

Worin habe ich mich vernachlässigt und habe mich hinten an gestellt?

Was bedeutet dies für mich jetzt (im Inneren an Entwicklung und Selbsterkenntnis, z. B.)? 

Was fühle ich gerade?

Was würde mir jetzt neue Kraft geben?

 

Weshalb?

Die Enwicklung, die nun der transidente Mensch an deiner Seite nimmt, bedeutet, dass er sich vielleicht von dir etwas zurückziehen wird. Wahrscheinlich mehr Zeit für sich selbst braucht. Darin liegt natürlich die Möglichkeit, wieder neuen Schmerz zu erfahren. Diesen notwendigen Rückzug als einen Verlust zu sehen.

 

Doch da gibt es noch eine andere Möglichkeit. Denn es schafft Freiraum. Dieser Freiraum kann für dich sehr hilfreich sein. Du bist frei, um für dich selbst neue Entscheidungen zu treffen, was du brauchst und du hast auch wörtlich und zeitlich gesehen, den Raum dafür.

 

 

Diese Transition kann für dich eine absolut neue Chance im Leben sein, Neues zu wagen. Hole aus deinem Herzen heraus, wofür es schon immer leidenschaftlich geschlagen hat und teile es mit der Welt.

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